Prolog

1. Tag:
Hinflug

2. Tag:
Las Vegas - Prescott Valley

3. Tag:
Sedona

4. Tag:
Sedona

5. Tag:
Sedona - Blanding

6. Tag:
Moab: Arches National Park

7. Tag:
Moab: Sand Flats Road, Picture Frame Arch

8. Tag:
Moab: Secret Spire, Spring Canyon Point, Shafer Trail

9. Tag:
Fahrt nach Overton, Valley of Fire

10. Tag:
Valley of Fire

11. Tag:
Fahrt nach Ridgecrest, Trona Pinnacles

12. Tag:
Ghost Town Ballarat, Charcoal Kilns, Skidoo Mine

13. Tag:
Alabama Hills

14. Tag:
Titus Canyon, Racetrack Playa

15. Tag:
Ghost Town Berlin

16. Tag:
Ghost Town Bodie, Mono Lake

17. Tag:
Ghost Town Bodie, Mono Lake, Tioga Pass

18. Tag:
Ancient Bristlecone Pines

19. Tag:
Joshua Tree National Park

20. Tag:
Joshua Tree National Park

21. Tag:
Joshua Tree National Park

22. Tag:
Kelso Depot, Las Vegas

23. - 25. Tag:
Las Vegas und Rückflug

Fazit

Dienstag, 31. Mai 2011
"Nix Halbes und nix Ganzes"


Da für heute nicht so viel auf dem Plan stand, hatte ich den Wecker nicht eingeschaltet. Trotzdem wachte ich schon gegen 7 Uhr auf.

Den Tag ließ ich ganz ruhig angehen, trank gemütlich Kaffee, kramte in meinen Unterlagen, zwischendurch mal eine Zigarette vor der Tür - ich liebe es, rumzutrödeln.

Gegen 8.30 Uhr war ich im Nicely zum Frühstück. Und während ich auf meinen Bagel wartete, schrieb ich noch die letzten beiden Postkarten. Dann ging's zur Post, Briefmarken kaufen und Karten abschicken, dann zum Supermarkt. Vielleicht gibt es dort ein Sandwich, welches ich morgen zum Frühstück verspeisen kann. Naja, Dosen-Gedöns hatte der ja. Aber die paar wenigen Sandwiches, die im Kühlregal lagen, sahen nicht so aus, als dass ich sie essen möchte. Daher zog ich unverrichteter Dinge wieder ab.

Das Wetter war zwar wärmer als gestern, aber wieder war der Himmel voller Schleierwolken und es war irgendwie diesig. Woher das kam, stellte ich fest, als ich südlich aus Lee Vining raus war. Dort merkte man erst, was für ein starker Wind wehte. Und der wirbelte den Staub in der Ebene vor den Mono Craters durch die Luft. Dort schien es gebrannt zu haben, denn auf großen Flächen waren von den Büschen und Sträuchern nur noch schwarze Skelette vorhanden.

Auch am Nordufer des Mono Lake konnte man erkennen, wie der Sand aufgewirbelt wurde. Dort hingen richtige Staubschwaden in der Luft. Das Wasser vom See war heute nicht nur gekräuselt, sondern hatte stellenweise weiße Schaumkrönchen.

Mit Reflektionen im Mono Lake würde es also wieder nix werden. Trotzdem fuhr ich hin und lief den Trail heute gegen den Uhrzeigersinn. Ein paar schöne Motive fanden sich auch ohne Reflektionen.

Der Wind war heute einfach nur eklig. Man musste sich richtig dagegenstemmen, damit man beim Fotografieren nicht vom Wind gebeutelt wird. Ich war froh, dass ich gestern schon in Bodie gewesen bin, heute muss es dort oben in den Bergen fürchterlich sein.

Dann wollte ich eigentlich noch mal die Sand Tufas besuchen. Aber als ich die Stichstraße zur Navy Beach runter fuhr, sah ich, dass in dem Bereich, in dem sich die großen Tufas befinden, ebenfalls die Windhosen tummelten. Neee, da verzichte ich, durch Sand zu latschen und vom Wind mit Sand verstrahlt zu werden. Das muss nicht sein. Wenden war unterwegs nicht möglich, daher drehte ich am Ende der Straße, wo sie sich gabelt. Dort sah ich dann auch, dass die rechte Dirtroad wegen losem und tiefen Sand gesperrt war.

Ich steuerte noch einen anderen Parkplatz an der South Tufa Preserve an, ein Nebenparkplatz ohne Info-Tafeln, Klohäuschen etc. Einen Trail bis zum Ufer gab es nicht, man müsste einfach querfeldein laufen. Aber die Tufas dort haben mich nicht so angesprochen. Keine einzelnen Formationen, sondern eher wie mehrere Mauern. Und der Wind war noch stärker geworden, mir riss es beim Aussteigen aus dem Auto fast die Türe aus der Hand.

Ich fuhr die Straße noch ein Stück weiter - aber es gab nix mehr zum Gucken und so drehte ich um.

Hmmmm, was machen?
Um 11.45 Uhr bog ich spontan auf die SR 120 ab, zum berühmten Tioga Pass. Der war noch geschlossen - aber egal, ich wollte einfach mal so weit fahren, wie die Strecke frei gegeben war.

Nach dem ersten kleinen Hügel ging es erstmal immer bergab. Aber dann fing die Straße an, nach oben zu klettern. Immer "schön" an der Seite eines Berges entlang, sodass die Schlucht neben der Straße immer tiefer wurde.

Und dann kam der erste Schnee in Sicht, der von Meile zu Meile höher wurde. An den Parkbuchten war mächtig was los und ich sah, wie sich Schneewanderer, Ski- und Snowboardfahrer für ihr Hobby rüsteten. Auch ein paar Radfahrer waren unterwegs. Die müssen sehr zäh gewesen sein, denn es zog ein eisiger böiger Wind durch die Berge.
Meine Fotostopps fielen daher auch nur sehr kurz und spärlich aus.

Nach 8 Meilen war Ende - die Straße war komplett gesperrt und hinter der Absperrung ragte eine gut 2 Meter hohe Schneewand empor. Also Dreherle und zurück. Einen Fotostopp machte ich noch, aber dann sauste ich wieder runter ins Tal.

Von dem garstigen Wind hatte ich mittlerweile richtig Kopfschmerzen bekommen.
In Lee Vining tankte ich noch teures Benzin, 4.79 $ pro Gallone, und war gegen 13.15 Uhr erstmal wieder im Motel.

Und nun?
Innerlich ärgerte ich mich, dass ich gestern die zweite Übernachtung hier nicht storniert hatte. Der Tag war irgendwie nix Halbes und nix Ganzes.

Daher räumte ich die Rückbank vom Auto bissl auf: Packte das ganze lose Zeug dort zusammen, tippte schon mal die heutigen Notizen, trank gemütlich einen Kaffee und recherchierte bissl was für morgen.

Gegen 15 Uhr beschloss ich, nochmal nach Bodie zu fahren. Ich hatte mich so sehr auf Bodie gefreut, da kann man auch noch einen zweiten Besuch machen. Ich wollte auch einfach nochmal das Gefühl erleben, über den letzten Hügel zu fahren und Bodie vor mir liegen zu sehen. Ich wollte mein GPS-Gerät einschalten (nicht, weil ich es zum Fahren brauche, aber ich nehme immer die Tracks auf, denn das erspart mir später viel Zeit beim Erstellen der Karten im Reisebericht), aber es tat keinen Mucks. Erst als ich es im Auto ans USB anstöpselte, funktionierte es wieder.

Meine Hoffnung, dass sich der Wind etwas legen würde, war vergeblich. Im Gegenteil, ich würde sagen, er war noch stärker geworden. Das Auto schaukelte nun regelrecht. Ich möchte nicht wissen, wie es da den Womo-Fahrern geht. Staubkörner und kleine Steinchen prasselten gegen die Windschutzscheibe.

An dem Aufstieg zum Conway Summit stand ein Motorradfahrer auf dem Seitenstreifen. Kurz darauf sah ich in zwei Haltebuchten je einen Truck stehen. Das ist aber auch eine besonders zugige Ecke.

Um 15.45 Uhr traf ich in Bodie ein. Hatte ich mich gestern mehr von der Gesamtansicht und einzelnen Gebäuden verführen lassen, so hatte ich heute eher die Muße für kleinere Details.

Aber auch hier war es windig ohne Ende. Ich wickelte mir mein Tuch wieder um den Kopf, nur half dies nicht wirklich was. Erst als ich ein Kleenex zerpflückte und mir in die Ohren stopfte, war es auszuhalten. Ich hatte wirklich Angst, mir nen Klatsch zu holen.

Nach knapp zwei Stunden war ich dann aber mürbe vom Wind und machte mich auf den Rückweg. Ich ritt förmlich aus Bodie hinaus, denn ich war so in Gedanken versunken, dass ich beim Fahren richtig bummelte und nahm dann auf einem Washboard-Stück jede Welle richtig mit. Berry galoppierte von einer Delle zur nächsten

Gegen 18.15 Uhr war ich zurück in Lee Vining.

Abendessen gab es wieder im Nicely's, heute entschied ich mich für Soup & Sandwich: Kartoffelsuppe, also Gemüsesuppe mit Kartoffelstückchen, und Truthahnbrust Sandwich.

Als ich dann im Motel den Track vom heutigen Tag aufs Netbook überspielen wollte, ließ es sich nicht einschalten Auch nicht, als ich es an das Netbook anstöpselte. Also erstmal Akkus laden Aber letztes Jahr hatte ich ja auch schon ein Problem mit den Akkus und war dann für das GPS auf Batterien umgestiegen. Mist, Batterien hatte ich keine dabei, also flitzte ich fix rüber zur Chevron Tanke, die genau neben dem Motel war. Aber die hatten leider nicht die richtigen Batterien da

Oh, wie ich es liebe, wenn die Technik nicht so mitspielt, wie ich will. Sowas nervt mich total an. Ich war sauer wie eine Wespe in der Flasche

Ich hing also das Ladegerät an die Steckdose und tippte meine Notizen. Als beim Ladegerät das grüne Lämpchen signalisierte, dass die Akkus voll sind, probierte ich das GPS erneut aus. Es funktionierte. Doch kaum stöpselte ich es ans Netbook, da ging es wieder aus ??? Und es ließ sich nicht einschalten, so lange es noch das USB Kabel angesteckt hatte.??? Ich surfte im Internet nach möglichen Problemlösungen, wurde aber nicht so richtig fündig. Das Gerät hat auf der Rückseite ein Mini-Löchlein - aber ob das für Reset ist? In einem Forum hab ich gelesen, dass das mit der Tastenkombi geht. Dies würde ich aber erst daheim probieren, nicht, dass dann gar nix mehr geht.

Ich speichere die Tracks seit gestern auf Chip und ich müsste die doch dann daheim per diesem Adapter einlesen können? Ist zwar nicht optimal, aber besser als momentan gar keine Lösung

Diese ganze Aktion schien auch dem Netbook nicht gefallen zu haben, denn das Sichern der Bilder dauerte heute 3x so lange wie sonst. Hat nun das USB am Netbook einen Knacks bekommen?

Und als wäre nicht alles schon doof genug, fingen die Schwachmaten über mir an, sich lautstark auf der Veranda zu unterhalten Klar, ausgerechnet heute, wo ich mal früher in die Federn wollte. Der Geräuschpegel hat wohl auch andere gestört, denn kurz darauf erschien die Polizei und sprach ein Machtwort.

Selbstverständlich konnte ich nicht gleich einschlafen. Das letzte Mal, als ich auf die Uhr schaute, war es 1.15 Uhr.

 

Die Karte wurde mit TopoUSA von www.delorme.com erstellt.

Gefahrene Meilen: 118


Murphey's Motel