Prolog

1. Tag:
Hinflug

2. Tag:
Las Vegas - Prescott Valley

3. Tag:
Sedona

4. Tag:
Sedona

5. Tag:
Sedona - Blanding

6. Tag:
Moab: Arches National Park

7. Tag:
Moab: Sand Flats Road, Picture Frame Arch

8. Tag:
Moab: Secret Spire, Spring Canyon Point, Shafer Trail

9. Tag:
Fahrt nach Overton, Valley of Fire

10. Tag:
Valley of Fire

11. Tag:
Fahrt nach Ridgecrest, Trona Pinnacles

12. Tag:
Ghost Town Ballarat, Charcoal Kilns, Skidoo Mine

13. Tag:
Alabama Hills

14. Tag:
Titus Canyon, Racetrack Playa

15. Tag:
Ghost Town Berlin

16. Tag:
Ghost Town Bodie, Mono Lake

17. Tag:
Ghost Town Bodie, Mono Lake, Tioga Pass

18. Tag:
Ancient Bristlecone Pines

19. Tag:
Joshua Tree National Park

20. Tag:
Joshua Tree National Park

21. Tag:
Joshua Tree National Park

22. Tag:
Kelso Depot, Las Vegas

23. - 25. Tag:
Las Vegas und Rückflug

Fazit

Montag, 06.06.2011 und Dienstag, 07.06.2011
"Typisch"


Heute war ausschlafen angesagt. Der Wecker hätte um 8 Uhr klingen sollen, aber ich war schon vorher wach. Fix einen Kaffee unten im Casino geholt, dann ein, zwei Zigaretten, einen Blick ins DA-Forum, ausgehfertig machen und um 9 Uhr traf ich mich mit Willi und Hedy. Wir fuhren zum Ellis Island und genehmigten uns ein leckeres Frühstück aus Spiegeleiern, Bacon, Bratkartoffeln und Toast. Dazu viel von der geliebt-gehassten braunen Brühe.

Dann fuhren wir im Gespann zu Bootbarn. Ich wollte hier noch nach einem bestimmten Stiefel schauen, aber den hatten sie leider nicht da. Auf dem Parkplatz übereignete ich noch meinen restlichen Hausrat in Form von Küchenrollen, Plastikbesteck und Papptellern an die beiden und weiter ging es zum Rental Car Center. Willi und Hedy waren so lieb, für mich das Taxi zu spielen. Meinen treuen Berry abzugeben, war gar nicht so einfach

Aber dann kam ich in den Genuss von was, was wohl die wenigsten erleben dürfen: Einen Urlaubs-Ersteinkauf am Ende vom Urlaub . Unser Ziel war nämlich der Walmart, damit sich Willi und Hedy mit der Grundausrüstung ausstatten konnten.

Ok, Willi wollte mein Dabeisein erst verhindern, denn ich saß auf dem Rücksitz und er hatte die Kindersicherung eingeschaltet. Da hätte ich ihm wohl mal lieber meine Einkauforgien in Barstow verschwiegen. Aber ich durfte doch mit. Willi wollte mir zwar erst noch meine Kreditkarte vorübergehend wegnehmen, aber ich fletschte die Zähne und durfte sie dann behalten

Und das war klasse! Hedy kramte ihren Einkaufszettel hervor und ich war fast zu Tränen gerührt, denn mir kam das so bekannt vor. Und dann zogen wir los.
Viel Spaß hatten wir beim Ausprobieren von diversen Raum-Sprays. Eine Angestellte räumte in der Nähe gerade ein Regal ein und warf uns schon schiefe Blicke zu, als wir die einzelnen Duftnoten rumsprühten und fachmännisch beurteilten
Es war einfach super lustig! Es gab noch so viele "Lacher", aber mir fallen sie schon gar nicht mehr ein. Ich weiß nur, dass ich noch nie in einem Walmart so einen Spaß hatte.

Anschließend fuhren wir zurück ins Bill's. Willi und Hedy machten noch einen ersten Ausflug ins Hinterland und ich zog los, um mal den neuen City Center zu begutachten.

Zuerst schlenderte ich aber mal wieder durch das Bellagio und genoss die liebevolle Deckendekoration.

Dann fuhr ich mit der "Verbindungs-Bahn" ins City Center.

Was soll ich sagen???
Für Architektur-Liebhaber ist das bestimmt ein Leckerbissen.

Ich gehöre zu den Fans des alten Las Vegas. Bei meinem ersten Besuch 1996 haben mich die Casino-Eingänge mit den Hunderten von Glühbirnchen begeistert. Und in den folgenden Jahren dann die Kulissen und Casino-Details der Themen-Hotels. Ein Disney-Land für Erwachsene!

Leider ist dieser Trend wohl erstmal vorbei, denn das City Center will mit moderner Architektur auftrumpfen. Für mich ist das zwar mal fix zum Anschauen interessant, aber es ist nix, wo ich noch mal rein muss.

Da gefiel mir doch das Paris gleich viel besser.

Zurück im Motel machte ich mich dann schon mal an die weitere Packerei, was aber aufgrund der Vorarbeit, die ich in Yucca Valley schon geleistet hatte, gar nicht so aufwändig war. Es blieb noch genügend Zeit für einen Besuch des Frog Prince.

Um 19 Uhr traf ich mich dann wieder mit Willi und Hedy an der Elvis Bar. Als Aperitif leerten wir zusammen ein Pitcher und zogen dann weiter zum Imperial Palace.

Dort genehmigten wir uns im "Hash House a go go" ein leckeres Dinner. Ohne Wartezeit erhielten wir einen Platz und kurz darauf standen schon die Margaritas vor uns. Als das Essen serviert wurde, hätte ich am liebsten geheult, denn der Teller mit dem "Famous Meatloaf" hatte so circa die Größe von Nebraska. Da bin ich schon immer satt, wenn ich das sehe. Da weiß ich schon im Voraus, dass ich die Hälfte zurückgehen lasse. Und mir ist das dann immer peinlich, vor allem wenn das Essen so gut ist.

Dann ging es wieder zurück und durch das Bally's liefen wir nach nebenan ins Paris. Unser Ziel war die Napoleon Lounge, denn dort liefern sich mehrmals pro Woche zwei Klavier-Virtuosen ein sagenhaftes Piano Duell :!!
Das Publikum schreibt seine Wunschtitel auf und platziert sie mit einem Tip (der nicht unter 5 Dollar sein sollte) bei den Künstlern. Diese "arbeiten" die Zettel dann ab.
Wahnsinn, was die beiden für ein Repertoire drauf haben. Dazu noch nette humorige Einlagen aus diversen Späßchen. Einfach ein Genuss! Da ist die Zeit weg wie nix. Dies ist wirklich ein Erlebnis, welches man sich nicht entgehen lassen sollte :!!

Im Bill's nahmen wir dann noch ein Absackerle zu uns und wünschten uns eine gute Nacht.



Für den nächsten Morgen hatte ich keinen Wecker gestellt und ich wachte wieder gegen 8 Uhr auf. Nach reichlich Trödeleien ging ich runter in den Victorian Room zum Frühstück und verspeiste eine Schale Obstsalat und zwei Scheiben Toastbrot. Anschließend wurde der Frog Prince gefüttert.

Gegen 11 Uhr tippelte ich dann rüber zum Flamingo, denn als Gäste vom Bill's darf man dort den Pool mitbenutzen. Irgendwie war hier alles anders als letztes Jahr und ich landete in dem großen Poolbereich. Neee - brauch ich nicht mehr, da stehen die Liegen dicht an dicht, so was mag ich überhaupt nicht Ich blieb aber trotzdem ca. drei Stunden am Pool. Die ersten beiden Stunden hatte ich Sonne, dann versteckte sich diese hinter einer schattenspendenden Palme. Das war angenehm. Mein Sonnenbrand war gut verheilt, das Aloegel hatte prima gewirkt.

Zurück im Zimmer wurde der restliche Kram eingepackt, dann ging's unter die Dusche. Ich amüsierte mich, dass ich während dem Duschen durch das kleine Badezimmerfenster das Treiben auf dem Strip beobachten konnte. Gegen 16.30 Uhr war ich ausgehfertig und versuchte noch mal, mit dem Frog Prince zu flirten. Ohne Erfolg, das Viech konnte mich heute nicht leiden und wollte einfach nicht Knutschen. Bevor ich gegen 17.20 Uhr das Casino verließ, orderte ich noch für morgen früh den wake-up-call.

Zum Abendessen ging ich ins Outback Steakhouse. Dort war es schon rappelvoll und ich musste 20 Minuten warten, bis ich einen Platz bekam. Der war wohl in ner deutschen Ecke, denn kurz danach wurde an einem Tisch gegenüber ein Ehepaar (Partnerlook im Outdoorhemd von Lidl) platziert und noch ein paar Minuten später am Nebentisch zwei junge Kerlchen, die sich auch auf Deutsch unterhielten.

Nach dem Abendessen bummelte ich rüber ins Venetian.

Für die Shows in Las Vegas bringe ich irgendwie kein Interesse auf, aber als ich hier die bekannten Klänge aus dem Phantom der Oper hörte, hätte ich mich in den A. beißen können, dass ich mir die Vorstellung nicht angesehen habe. Denn eigentlich hatte ich mir dies sogar vorgenommen. Irgendwie nehme ich es mir aber jedes Jahr vor, das Musical dann im nächsten Jahr anzuschauen. aber bis dahin hab ich es dann immer wieder vergessen.

Aus der Ferne beobachtete ich den Vulkanausbruch am Mirage. Der wirkte noch mickriger als letztes Jahr. Da kam er mir schon viel kürzer vor, aber heute hatte ich das Gefühl, dass man die Show noch mehr beschnitten hatte

Langsam schlenderte ich zurück Richtung Bill's.

Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass die Fußgängerwege an den Ampeln immer weniger werden. Ich war manchmal echt angenervt. Um die Straßenseite zu wechseln ging es manchmal Treppe hoch - Brücke über den Strip - in den Eingangsbereich eines Casinos und wieder andere Treppe nach unten, ein paar Schritte, wieder Treppe rauf, noch mal eine Brücke, und Treppe runter.

Am Caesars Palace war ein Barcardi Stand, dort holte ich mir noch einen Caipi. Ich setzte mich auf ein Mäuerchen, trank meinen Cocktail, rauchte zwei Zigaretten, ließ alles auf mich wirken und hing meinen Gedanken nach. Es war schön, aber ich glaube, ich brauche jetzt doch erstmal eine Las Vegas Pause. So sehr ich das Faulenzen genossen hatte, jetzt gerade wäre ich lieber vor einem Motelzimmer gesessen und hätte ein bißchen gelesen. Auch beim Schlendern über den Strip gab es bis auf das City Center nichts Neues hier in Las Vegas. Die Eindrücke vom Strip und den Casinos waren immer die Gleichen. Irgendwie hatte ich alles schon so oft gesehen und fotografiert. Ich beschloss, dass es im nächsten Jahr nicht nach Las Vegas gehen würde. Ich weiß zwar jetzt schon, dass ich dann fürchterliche Sehnsucht danach haben werde, aber jetzt hatte ich erstmal einfach genug.

Gegen 21.30 Uhr war ich zurück im Bill's und brachte meine Tasche nach oben. Da ich den Foto dabei hatte, war ich mit der größeren Tasche losgezogen. Diese und den Foto würde ich nun nicht mehr brauchen und packte beides gleich noch ein.

Als ich wieder runter ins Casino kam, saßen Willi und Hedy schon an der Bar. Sie waren in einer Show gewesen und anschließend noch zum Abendessen. Wir vernichteten zusammen noch zwei Pitcher und beobachten die Karaoke-Teilnehmer

Im Publikum saßen ein paar schräge Vögel, so war uns eine ca. 60jährige, platinblonde Dame mit Hut mit schwarzer Schleife, riesiger Sonnenbrille und einer Lederjacke aufgefallen. Unter dieser trug sie einen schwarzen BH und eine weiße Jogginghose. Und natürlich. sie ging auf die Bühne. :EEK: und zog zu unserem Schrecken erstmal die Jacke aus :EEK: Dann machte sie ein paar Hampelmannübungen und begann mit Ihrer Darbietung. Sie sang "Borderline", irgendwie passte der zu ihr wie die Faust aufs Auge.

Später machte ich noch schnell ein Abschlussspielchen. So wie schon den ganzen Tag mit Verlust - aber egal.

Gegen 23.40 Uhr verabschiedete ich mich dann von Willi und Hedy. Die gemeinsame Zeit war leider schon wieder vorbei :(

Im Zimmer packte ich die Klamotten von heute auch gleich noch ein. Dann rief ich fix bei Andy an, damit er mich nicht vergisst und ich dann alleine in Stuttgart auf dem Flughafen stehe.

Ich war nun zwar "bettfertig", aber nicht müde. Also rückte ich den Stuhl vor das große Zimmerfenster, zündete eine Zigarette an, trank das Bier leer und beobachtete das Treiben auf dem Strip. Ich liebe es, auf den Strip zu schauen, die Autos, die Menschen auf den Gehwegen, die Casinos, die mit ihren großen Reklametafeln um die Wette leuchten.

Aber das große Heulen blieb aus.


Bill's Gambling Hall & Casino
:ess: Ellis Island Casino
:ess: Hash House a go go
Paris Hotel & Casino, Napoleon Lounge - Piano Duell

 

Mittwoch, 08.06.2011
"Rückflug"


Um 3.30 Uhr riss mich der Wecker aus dem Tiefschlaf, dann musste ich auch schon zum Telefon hechten, weil der wake-up-call kam. Ich starrte in den Spiegel . In weiser Voraussicht hatte ich gestern Abend noch eine Flasche Cola in die Eiswürfelbox gepackt. Diese und eine eiskalte Dusche würden es schon schaffen, dass ich wach werde.

So war es dann auch und 25 Minuten später konnte ich mich auch schon wieder unter die Leute trauen. Da der Bell Desk Onkel Urlaub, aber keine Vertretung hatte, holte ich mir an der Lobby so ein Gepäckwägelchen und bugsierte damit meinen Kram nach unten. Die nette Lady von der Rezeption rief mir mittlerweile ein Taxi und schon war ich auf dem Weg zum Airport.

Dort um diese Zeit anzukommen ist fast ein kleiner Schock, denn morgens um halb fünf ist Las Vegas ja doch recht leer. Aber kaum hat man das Terminal betreten, befindet man sich in einer Mischung aus geschäftigem Gewusel und Schlange stehen

Bevor ich mich an der Schlange vom Delta-Schalter einreihte, kämpfte ich noch mit dem Automaten, denn ich musste noch ein zweites Gepäckstück anmelden. Erstaunlicherweise klappte es auf Anhieb und ohne, dass ich Unterstützung vom Personal brauchte.

Nachdem ich dann die zwei großen Trollies los war, ging ich erstmal nach draußen, um in Ruhe eine Zigarette zu rauchen. Anschließend durch die Security, noch fix einen Kaffee und ein süßes Teilchen (bähhhh) bei Starbucks geholt und schon war es Zeit fürs Boarding.

Während dem Flug schmökerte ich in meinem Buch und schüttete einen Kaffee nach dem nächsten in mich rein.

In Atlanta war es dann Zeit, mal was in den Magen zu bekommen und ich holte mir eine Tuna Pita. Nachdem diese verspeist war, genehmigte ich mir noch ein Abschiedsbierchen im Raucherkabuff. Irgendwie witzig, dieses Raucherkabuff kenne ich langsam so gut wie mein Wohnzimmer Es ist quasi immer das erste und das letzte, was ich in Amerika sehe

Zum Flug nach Stuttgart kann ich gar nicht viel sagen. Ich hatte den Gangplatz in einer Dreierreihe. Neben mir saß ein Rentnerehepaar, welches vor Jahrzehnten in die USA ausgewandert waren und anlässlich des Geburtstags eines Bruders nun mal wieder die alte Heimat besuchen würden. Ich plauderte eine ganze Weile mit ihnen, dann kam die obligatorische "Chicken or Pasta" Frage, anschließend der zollfreie Einkauf. Der Opi neben mir orderte bei der Stewardess einen bestimmten Cocktail und bestellte für mich gleich einen mit. Fragt nicht, was da drin war Der winzige Schwupps Orangensaft war das einzige ohne Alkohol. Jedenfalls sorgte der Drink und die wenigen Stunden Schlaf in der Nacht zuvor dafür, dass ich erst pünktlich zum Frühstückssnack wieder aufwachte

Das Flugzeug landete pünktlich um 9 Uhr in Stuttgart. Auf mein Gepäck musste ich nicht lange warten und Andy war auch schon da. Noch schnell zwei Zigaretten, dann ging es ab nach Hause.

Und ich war bereit, für das nächste Abenteuer