Mittwoch, 7. Oktober 2015 – „Das Versprechen“

Aufwachen, morgendliches Programm – wie in den vergangenen Tagen.

André aus dem DA-Forum hatte mir gestern noch einen Link geschickt, bei welchem Swamp-Tour-Anbieter sie damals die Tour gemacht hatten. Gerd rief dann nach dem Frühstück bei „Cajun Country Swamp Tours“ an und erhielt die erfreuliche Nachricht, dass wir an der Tour um 10.30 Uhr teilnehmen können. Bingo, das passt! Gerd schaute noch nach meiner Kamera und bekam den blöden Fussel weg, der den hässlichen Fleck verursacht hatte.

Da wir noch etwas Zeit hatten, fuhren wir zu McGee's Landing im Atchafalaya Basin. Dort war alles noch wie ausgestorben, aber der Blick auf das Bayou machte definitiv Lust auf mehr. Die im Wasser stehenden Zypressen sahen sehr fotogen aus, und ich hoffte, genau solche Eindrücke auch bei unserer Tour zu finden.

Dann ging es weiter zum Lake Martin, denn dort fand die Cajun Country Swamp Tour statt.

Schon vom Parkplatz aus konnten wir sehen, dass wir hier genau das finden würden, was wir uns erhofft hatten.

Hier stand nur noch ein Auto, aber kurz darauf kam ein weiteres angerollt.

Ich cremte mich erstmal mit Sonnencreme ein und nachdem die eingezogen war, wurde ausgiebig mit Off gesprüht. Da wurde nix dem Zufall überlassen Zwischendurch plauderte ich ein wenig mit Shawn, dem zweiten Eigentümer der Cajun Country Swamp Tour, denn dieser war heute unser Guide und Bootssteuermann. Plötzlich kam eine Katze angetippelt und ich sah, dass dort auf einem großen Stein Brekkies lagen. Shawn erzählt, dass dies ein Futterplatz war, der von einer Frau betreut wird, die täglich das Futter dort auffüllt.

Es würden dort mehrere Katzen zum Fressen hinkommen und diese Katzen waren vorher von einer Organisation kastriert worden. Man erkennt sie daran, dass eine Spitze vom Ohr abgeschnitten ist. Aha, also eine Art Katzenhilfe-Verein in Louisiana.

Mittlerweile waren weitere Gäste eingetroffen und die Tour startete. Schon nach einigen Metern kam der erste Alligator in Sicht. Kurz darauf drehten wir und fuhren nochmal zurück, da zwei weitere Passagiere noch verspätet eingetroffen waren. Jetzt hatten wir auch ein Deppenzepter mit an Bord. (Zum Glück hat sie dann recht schnell aufgehört, mit dem Teil den anderen vorm Gesicht rumzufummeln...)

Im Gegensatz zum Reinfall im Okeknofee Park war die heutige Tour der absolute Traum. Eine tolle Landschaft und viele Tiere: Alligatoren (Babies, mittelgroße Allis und große Allis), Schildkröten und verschiedene Vögel (ich bin nicht so der Ornithologe und kann mir die Namen nicht immer merken…) Es begeisterte mich, diese Tiere in Freiheit, in ihrem natürlichen Lebensraum, bewundern zu dürfen. Shawn erklärte viel zur Landschaft und den Tieren. Man merkte, wie sehr er mit der Gegend hier verbunden ist.
Die Tour führte einmal um den Lake Martin herum und die Ansichten bzw. Ausblicke änderten sich immer wieder. Mal war das Wasser klar, dann wieder von grünem Zeug bedeckt (ich kenne es unter dem Begriff „Entenschnatter“).
Wir durchpflügten ein Meer von Seerosenblättern und konnten auch vereinzelt die wunderschönen Blüten erspähen.

Und überall die herrlichen moosbehangenen Sumpfzypressen. Es war ein Eindruck von Magie und Zauber.
Das Boot schaukelte gemütlich im Wasser, ab und zu streichelte eine Brise über uns hinweg, die Sonne lachte vom Himmel – ich war selig. Was für eine wunderbare Tour!

Nach etwas mehr als zwei Stunden kamen wir wieder am Anlegeplatz an. Ich kramte noch schnell ein paar Dollar aus meiner Handtasche, die ich Shawn als Trinkgeld gab. Die Tour hatte pro Person 20 $ gekostet. So klasse wie sie war, hätte ich auch mehr als bereitwillig das Doppelte gezahlt.

Nun ging es nach Avery Island, der Hauptstadt des Tabasco, der dort hergestellt und abgefüllt wird. Der Eintritt nach Avery Island beträgt einen Dollar und damit ist auch die Besichtigung der Tabasco Fabrik abgegolten. Gerd hatte mir im Vorfeld erzählt, dass man bei der kurzen Führung kleine Tabasco Fläschchen geschenkt bekommt, wenn man den Vorführungsraum betritt. Und da er selbst dafür keine Verwendung hat, versprach er mir, dass ich seine dann auch haben kann.

Als wir das Fabrikgebäude betraten, traf uns fast der Schlag , denn eine Busladung Rentner verstopfte bereits den Ausstellungsraum. Ich sah meine Chancen auf geschenkte Tabascofläschchen sinken und sagte zu Gerd, dass wir doch einfach die nächste Führung abwarten. Darauf erwiderte Gerd nur, dass hinter uns schon die nächste Gruppe anrollt. Hmmmm, dass wir dann aber am Anfang dieser Gruppe befinden würden und die Chance auf die Fläschchen dann wieder sehr groß war, das bedachte er nicht und drängelte uns noch in den Vorführungsraum rein. Die Tabasco-Fläschchen-Verteilerin dort hielt natürlich nur noch ein leeres Körbchen in der Hand…

Bockig schenkte ich dem Filmchen, das nun gezeigt wurde, null Aufmerksamkeit und drängelte mich nach dem Ende der Vorführung an den Rentnern vorbei nach draußen und qualmte erstmal eine Zigarette.

Pfffft, wenn man mir keine Fläschchen schenkt, dann kaufe ich mir halt welche. Bin doch nicht auf milde Gaben angewiesen!

Also rein in den Giftshop. Dieser war jedoch von der Rentner-Mannschaft belagert. Und da konnte man nur staunen, wie rüstig die plötzlich waren. Eine Oma drängelte sich durch die Gänge und schwang dabei ihren Gehstock, dass man denken konnte, sie würde diesen gleich den Leuten über die Köppe ziehen . Ich schnappte mir je einen Probebecher Tabasco Limonade und Tabasco Eis und suchte mir eine ruhige Ecke. Dort wartete ich den Ansturm erstmal ab und kaufte dann in Ruhe meine Fläschchen ein. Eine weitere Ladung Eis nahm ich noch mit nach draußen und verspeiste sie, schon wieder ganz zahm, im Schatten auf der Veranda.

Jetzt stand noch der Jungle Garden auf dem Programm. Hmmm, was soll ich sagen? Dieser kleine Park ist sicherlich sehr sehenswert mit den Bäumen, den Teichen usw. Auch hier sah man den einen oder anderen Alligator und Piepmatz.

Aber nach dem Erlebnis der Swamp Tour empfand ich das alles eher bissl fad. Daher meine Empfehlung, zuerst Jungle Garden besuchen und erst später eine Swamp Tour machen.

Zurück am Motel gönnte ich mir zum ersten Mal in dem Urlaub eine halbe Stunde am Pool.

Zum Abendessen waren wir im Prejean`s. Wir bestellten uns nur Vorspeisen (Green Tomatoes, gefüllte Champis und Süßkartoffel) - von jedem eine Portion hätte aber locker für uns beide gereicht...) und tranken (wie auch gestern schon) ein absolut leckeres Andygator.

Wir waren gerade mit dem Essen fertig, als drei Männer auf die Bühne klettern und dann ging sie los… die Country Live Musik. Ich war so tapfer… und ging erstmal nach draußen, um eine zu rauchen. Nach ein paar Songs machte Gerd den Vorschlag zu gehen. Ihm zuliebe hätte ich schon noch ein Weilchen ausgehalten, ließ mich dann jedoch „überreden“.

Am Pool tranken wir noch eine Dose Bier und ließen die herrliche Swamp Tour Revue passieren. Das Wetter war 1A und ich hatte heute erstmalig in diesem Urlaub Sonnencreme aufgetragen – trotzdem leuchtet mein Gesicht jetzt ziemlich rot. Von Mückenstichen war ich verschont geblieben. Ich hatte mich so sehr mit Off eingedieselt, da dürften die schon im Landeanflug ins Koma gefallen sein.

Als ich später im Zimmer die Fotos auf das Netbook überspielt und dann kurz durchgesehen habe, hätte ich vor Freude am liebsten losgeheult, so sehr freute ich mich über die Aufnahmen. Als ich mit dem Überspielen und den Sicherungen fertig war, zeigte die Uhr auch schon wieder 21.45 Uhr. Ich stöberte noch kurz im DA-Forum und lag gegen 22.30 Uhr im Nest.

Info-Links
Cajun Country Swamp Tours
Prejean's