Fazit

Dadurch, dass ich für nächstes Jahr die Südstaaten erneut anpeile, ist ja eigentlich schon alles gesagt .

Die Südstaaten sind für mich nicht diese große atemberaubende Leidenschaft wie zum Südwesten, aber es ist eine ruhige und irgendwie zufriedene Liebe entstanden, die mich ab jetzt wohl immer wieder mal in diese Region ziehen wird.

Deep South besitzt natürlich nicht die Monumentalität des Südwestens, bei der man doch irgendwie öfters erstmal alles „verarbeiten“ muss. Die Südstaaten sind eher so wie das träge dahinfließende Wasser des Ol‘ Man River. Wenn man die Plantagen mit den wunderschönen alten Eichenalleen besucht oder durch die historischen Orte mit den prächtigen Villen fährt, dann überkommt einen schon ein ganz eigenes Lebensgefühl.

Irgendwie kann ich es nicht anders beschreiben.

Was für mich sehr ungewohnt war: Die täglichen, nicht unbeträchtlichen Eintritts- oder Tourpreise. Das kenne ich so aus dem Südwesten nicht, da ich immer den Annual Pass habe oder kein Eintritt fällig wird. Von ab und zu einem State Park Besuch oder einem Permit mal abgesehen.
Aber in den Südstaaten hatte ich - vor allem in den ersten Tagen - das Gefühl, jeden Tag mit den Dollarscheinen nur so zu wedeln und überall Eintritt zu zahlen. Nicht falsch verstehen, das soll keine Jammerei über Preise oder so sein, es war nur einfach total ungewohnt.

Bei der Tour gab es nur zwei Reinfälle: Drayton Hall und Okefenokee, zumindest der Teil des Parks, in dem wir waren.

Die zwei Plantagen-Hopping-Tage entlang der Louisiana River Road und bei St. Francisville bzw. im West Feliciana Parish waren perfekt! Toll, was uns Gerd da zusammengestellt hatte! Das würde ich jederzeit wieder so machen.

 

Auch die Sheldon Church Ruins und Windsor Ruins waren eine wunderbare Abwechslung.

 

Und die Swamp Tour auf dem Lake Martin war einfach nur ein Traum. Noch immer verspüre ich tiefe Dankbarkeit, dass ich diese Stunden so erleben durfte.

 

Der Providence Canyon State Park bietet dem Auge mal einen ganz anderen Eindruck und dadurch auch Abwechslung bei einer Südstaatenreise, die ja doch immer irgendwie „häuserlastig“ ist.

 

Der Tag entlang der Golfküste war aufgrund des Wetters eher „gedämpft“, aber auch hier steht für mich fest: Ich komme wieder.

 

Nun zu den Städten:

Charleston
Da ist der Funke irgendwie gar nicht übergesprungen. Die Stadt wirkte auf mich eher „aristokratisch abweisend“. Dennoch werde ich sicherlich noch einmal wiederkommen. Schon allein wegen der Plantagen entlang der Ashley River Road, denn Magnolia Plantation & Gardens werde ich definitiv nochmals besuchen. Auch die Oak Alley der Boone Hall Plantation werde ich eines Tages wiedersehen.

 

Savannah
Auch hier verspürte ich eher eine Art „vornehme Zurückhaltung“. Ich kam mir vor, als ob ich zwar gucken und bewundern darf, aber so richtig willkommen fühlte ich mich nicht. Dennoch wird es auch hier in nicht allzu langer Zeit einen erneuten Besuch geben und ich denke, da werde ich zwei volle Tage investieren und auch lieber tiefer ins Portemonnaie greifen, um zentraler zu wohnen. Ich denke, dass so auch diese gewisse Distance, die ich dort empfunden habe, verschwindet.
Mit dem Wissen, welches ich heute habe, würde ich den Savannah-Aufenthalt auch anders planen. Das Geld für den ganzen Tag „hopp on – hopp off“ mit dem Trolley kann man sich sparen. Es genügt, bis zur vorletzten oder letzten Station zu fahren und dann zu Fuß zurück zu laufen. Der Historic District ist doch recht überschaubar und die Entfernungen sind nicht zu groß.
Der Bonaventure Cemetery war auf jeden Fall mein Highlight der Stadt.

 

Natchez
Bei Natchez ging es mir ganz anders. Hier hatte ich sofort das Gefühl, dass mich die Stadt mit offenen Armen empfängt, so als würde sie sagen „komm her, guck alles an, fühl Dich bei mir wohl und lass Dich treiben“. Der Tag dort mit Häuser gucken, dem Mississippi winken und gemütlichen Pausen war perfekt.

 

Vicksburg
Auch hier fühlte ich mich sofort willkommen. Das Bild vom alten Stadtkern zeigt irgendwie eine ganz interessante Mischung unterschiedlichster Stile. Beim Durchfahren der Stadt erblickte ich auch gleich viele Details, die einen zweiten Blick wert gewesen wären. Hier hatten wir definitiv zu wenig Zeit. In Vicksburg möchte ich mal einen ganzen Tag verbringen, denn ich glaube, dort kann man sich auch ganz wunderbar treiben lassen.

 

Eufaula
Eigentlich nur als „Übernachtungs-Zwischenstopp“ gedacht, mit ein paar Häusern zum Gucken. Aber für mich hat dieses eher „kleine Nest“ was. Ich denke, auch hier könnte man locker einen halben oder dreiviertel Tag verbringen.

 

Und dann natürlich

New Orleans
New Orleans hat mich vom ersten Moment an in seinen Bann gezogen. Das verspielt wirkende French Quarter mit seinen ganzen verzierten Balkonen, die prächtigen Bauten entlang der Canal Street, die Friedhöfe mit ihren Mausoleen, die vornehmen Villen im Garden District. Diese unterschiedliche Mischung gibt der Stadt einen ganz eigenen Flair, der mich sofort begeistert hat.
Ich wusste von vornherein, dass mir New Orleans bestimmt gefallen wird. Aber diese Faszination hat mich selber überrascht.

 

Das war nun ein kurzes Resümee der Tour. Ich bin Gerd dankbar, dass er so eine schöne Tour gebastelt hat, damit ich wirklich in alles mal reinschnuppern konnte. Mehr war für 2,5 Wochen auch einfach nicht möglich.

Aber die Zeit hat gereicht, um mir zu zeigen, dass ich in den Südstaaten auch „mein Amerika“ gefunden habe.