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Freitag, 13. Mai 2005

Um kurz vor halb 8 Uhr bin ich aufgewacht. Bei weit geöffneter Schiebetüre genoss ich bei meiner Zigarette den Blick auf den Golf.

Anschließend machte erst ich mich reisefertig, dann mein Gepäck. Gegen 9 Uhr checkte ich aus. Frühstück gab es natürlich wieder wo: im Waffle House.

Da ich noch genug Zeit hatte, fuhr ich einfach noch die 998 weiter nach Norden bis nach Clearwater. Auch auf dieser Strecke wechselten sich Bettenburgen mit sehr schönen Häusern ab. Weil ich aber aufgrund meiner bisherigen Fahr-Erfahrungen in Florida den Zeitbedarf bis Orlando nicht so richtig einschätzen konnte, drehte ich dann um und fuhr über die SR 866 Richtung Tampa.

Warum erwische ich eigentlich immer ausgerechnet die Straßen mit den Horror-Baustellen?!?

Von St. Petersburg bis weit hinter Tampa war es das bereits gewohnte Fahren von Block zu Block, um dann wieder an der Ampel anhalten zu müssen. Der I 4 war dann bis fast nach Orlando eine einzige Baustelle, die roten Absperrungshütchen wurden zum nervigen Begleiter

Kurz vor Orlando hielt ich noch bei einem durch mehrere Schilder angekündigten Westernshop - so ein paar nette Cowboystiefel zum Abschluss wären mir schon gut reingelaufen. Dem war aber nicht so - hat mir alles nicht so zugesagt.

Gegen 13:30 Uhr war ich dann wieder am Ausgangspunkt meiner Tour: dem Airport in Orlando. Die Mietwagenrückgabe dauerte maximal 5 Minuten - 3 davon war ich damit be-schäftigt, mir einen Gepäckwagen zu holen. Dann hab ich ausgekundschaftet, wo der Condor check-in ist. Dort angekommen war als check-in time 17:30 Uhr angeschrieben. Ich suchte mir ein Plätzchen ins einer Sportbar und verbrachte die nächsten 1 ½ Stunden mit einer Bloody Mary und meinen Notizen.

Nach zwei Zigaretten außerhalb des Gebäudes war es dann gegen 15 Uhr und ich ging zurück zum check-in, in der Hoffnung, dass sie die Zeit vielleicht vorverlegt haben. Dem war leider nicht so. Mittlerweile standen dort aber ein paar Leute rum und ich entschloß mich, beladen mit meinem ganzen Gepäck, die Wartezeit lieber jetzt hier zu verbringen, als später am Ende einer langen Schlange. Das war auch ganz ok so, man kam schnell miteinander ins Gespräch und tauschte Urlaubserlebnisse aus.

Da traf ich dann auch wirklich auf Touristen, die für meine Vorurteile gegen Florida verantwortlich sind: 3 Wochen nur am Strand liegen oder 2 ½ Wochen Urlaub in Orlando...

Gegen 18 Uhr war ich dann endlich mein Gepäck los und schlenderte noch ein wenig durch die verschiedenen Shops (natürlich huschte ich auch noch ein paarmal nach draußen für eine Zigarettenpause). So gegen 19 Uhr machte ich mich dann auf den Weg durch die ganzen Sicherheitskontrollen zum Gate. Mittlerweile hatte ich Hunger und da traf es sich gut, dass sich in unmittelbarer Nähe meines Gates ein Outback Steakhouse befand. Mit einem Cesar Salad und einem Bud brachte ich dann die Zeit bis zum Boarding rum. Mich hat es amüsiert, dass um mich herum die ganzen Leute ihre Steaks mit Plastikbesteck bearbeitet haben.

Der Start erfolgte pünktlich um 21:30 Uhr. Zum Abendessen hatte man wieder die Wahl zwischen Chicken und Pasta. Dieses Mal wählte ich Pasta - hätte ich lieber nicht machen sollen. Schmeckte mehr nach der Verpackung als nach Pasta. Und dann habe ich gelesen, gelesen, bissl gedöst, ab und zu mal durch den Flieger gelaufen... irgendwie ging die Zeit rum. Zwei Stunden vor der Landung servierte man uns ein Frühstück: Mini-Brötchen, abgepacktes Vollkornbrot, ein paar Scheibchen Wurst und Käse. Ich kaufte mir noch eine Stange Zigaretten.

Und dann begann der Landeanflug auf Frankfurt. Durch die Außenkameras konnte man deutlich erkennen, dass es regnete...

Meine Eltern begrüßten mich gleich nachdem ich durch den Zoll durch war. Eine herrenlos in der Gegend rumstehende Reisetasche verzögerte unsere Abfahrt noch etwas, weil für eine kurze Zeit der Weg zu den Parkhäusern gesperrt wurde, bis sich die Tasche als harmlos entpuppte.

Nach knapp zwei Stunden Autofahrt war ich dann wieder daheim.

Gefahrene Meilen (in den USA): 143

 

Mein Fazit

Wenn jemand den Südwesten mit seinen wüstenartigen Gebieten, den grandiosen National Parks, den roten Steinen, der Hitze, dem Staub und und und so sehr liebt wie ich, bei dem wird Florida nie die Nummer eins sein.

Da mein erster USA-Urlaub im Südwesten war und ich mich so in diese Landschaft verliebt habe - hat es alles danach schwer.

So richtig gestört haben mich in Florida nur zwei Dinge: der Verkehr und die fehlende Weite. Lange "öde" Straßen, auf denen man am Horizont mal ein paar Berge sieht, das war landschaftlich von den USA der erste Eindruck, der so richtig haften blieb - und dies findet man in Florida eben nicht.

Trotzdem war dieser Urlaub sehr, sehr schön. Er war anders. Manches hat mir so im ersten Moment gar nicht gefallen - jetzt, nachdem einige Zeit vergangen ist, betrachte ich dies mit anderen Augen. Florida bietet für einen Südwestliebhaber eben nicht gleich diese Ahhhhs und Ohhhhhs, man wird nicht regelrecht erschlagen davon.

Es gibt dort sehr viele kleine Juwelen, die auch einen nachhaltigen, sehr schönen Eindruck hinterlassen. Man muss nur bereit sein, auch mal "über seinen eigenen Schatten zu springen".

Ich bin froh, dass ich durch die Condor-Aktion dazu animiert wurde. Ich habe einen ganz anderen Teil der USA beschnuppern dürfen. Klar - das war für mich gewöhnungsbedürftig und ich kann auch nicht von mir behaupten, jetzt jedes Jahr nach Florida fahren zu wollen, aber ich weiß, dass ich auch wieder nach Florida kommen werde. Die Neugierde ist geweckt. Und während meiner Vorbereitungen bin ich schon wieder auf so viele Ecken gestoßen, die ich noch sehen möchte.

Von daher: ich bin froh, dass ich mal wieder über meinen eigenen Tellerrand hinausschauen konnte. Eine Bereicherung war dieser Urlaub auf jeden Fall!

Ergänzung 2009: Allen, die einen Florida-Urlaub planen, möchte ich diesen Reisebericht wärmstens empfehlen. Thomas und Martina haben während ihrer Tour im Februar 2009 viele kleine Natur-Parks in Florida besucht, von denen man in Reiseberichten selten etwas liest. Der Bericht ist absolut lesenswert: Humor, Infos und gigantische Bilder


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