1. Tag:
Fahrt und Hellendorf

2. Tag:
Hellendorf

3. Tag:
Festung König-stein & Bastei

4. Tag:
Bastei, Lilienstein, Wehlen

5. Tag:
Herkulessäulen, Burg Stolpen, Schloss Rammenau

6. Tag:
Dresden

7. Tag:
Dresden

8. Tag:
Schloss Moritz-burg und Rück-fahrt

Samstag, 14. Oktober 2006

Wer hier auf meiner Homepage die „Über-mich-Seite“ gelesen hat, der weiß, dass ich aus Sachsen komme. Seit unserer Auswanderung 1982 war ich nur sehr selten in der alten Heimat, denn aufgrund meines damaligen Alters haben sich doch viele verwandtschaftliche Verhältnisse nicht so vertieft. Zwar viele, aber nicht alle. Deshalb startete ich anlässlich einer Geburtstagsfeier Richtung Bahratal, genauer gesagt Hellendorf, dem Ort, in dem ich als Kind gewohnt habe. Und weil ich mir endlich mal wieder einige Gegenden anschauen wollte, in denen ich vor 24 Jahren zum letzten Mal gewesen bin, beschloss ich, im Anschluss an die Familienfeier noch fünf Tage Urlaub zu machen. Aber eben nicht bei der Verwandtschaft. Es ist nicht abwertend oder undankbar gemeint aber wenn man sich bei der Verwandtschaft einquartiert, muss man extremst darauf achten, auch alle anderen Verwandten entsprechend zu berücksichtigen. Sei es durch ausgiebige Kaffee- oder Abendessenbesuche. Und beim Quartiergeber sollte man sich auch nicht wie im Hotel aufführen, d.h. man sollte äußern, wann man morgens gedenkt aufzubrechen und vor allem, wann man abends wieder zurück ist

Hmpf - das beißt sich mit meiner Form von Urlaub. Da möchte ich mich nämlich nicht festlegen müssen, wann ich abends zurück bin. Dass es morgens zeitig los geht, dass ist aber klar.

Kurz und gut. Bis auf die Familienfeier in Hellendorf und einer Übernachtung bei Annett, wird also so richtig als Touri in einem Hotel übernachtet

Eigentlich wollte ich an dem Samstag um 6 Uhr aufstehen, damit ich spätestens um 7 Uhr auf die Autobahn komme. Aber die Woche vorher ging es im Büro drunter und drüber, meine Freizeit wurde in Telefonservice umgewandelt, Baustellen verschafften mir einen Arbeitsweg von insgesamt zweieinhalb Stunden pro Tag, wieso ich meinen Wecker morgens um eine halbe Stunde vor stellte, um wenigstens beim 5-Baustellen-Ampel-Durchlauf durchzukommen. Jedenfalls war ich platt! Der Gedanke, am Samstag um 6 Uhr aufzustehen, war unerträglich und so stellte ich den Wecker auf
7 Uhr.

Ich trödelte noch ein bissl daheim rum, erledigte noch, wozu ich abends keine Lust mehr hatte und schleppte in mehreren Ladungen alles ins Auto. Dabei nahm ich mir fest vor - wenn es sich vermeiden lässt - nie wieder einen Urlaub mit dem Auto zu verbringen, wenn kein Flug vorgeschaltet ist!

Das Wissen, sein Auto von Anfang an dabei zu haben, verführte mich zu manch unsinnigem Gepäckstück Denn man braucht ja weder Gewichtsbegrenzungen noch sonst was beachten.

Nachdem mein Morgensport also aus einem dreimaligen Gang zur Tiefgarage bestand, war ich dann der Meinung, jetzt wirklich alles Wichtige und Unwichtige dabei zu haben und startete. Allerdings erstmal bis zum Bäcker, dort musste eine Butterbrezel her und - ganz wichtig! - ein Kaffee. Dieser kostete mich fast ein Auge, denn der Becher war sehr klein und der Strohhalm sehr lang. Alles jedenfalls total ungewohnt, wenn man bei solchen Getränken an amerikanische Ausmaße gewöhnt ist. Ich führte also während der Fahrt den Becher inkl. Strohhalm zum Mund: Der Becher war optisch (da so klein) noch so weit unten, aber der Strohhalm piekte mir schon fast ins Auge... Ging aber nochmal gut.

Die Fahrt war ok. Bis auf die üblichen Ärgernisse, dass seltsamerweise immer dann, wenn die Autobahn mal dreispurig wird, eine Geschwindigkeitsbegrenzung kommt oder warum es Leute gibt, die stur mir 120 kmh auf der mittleren Spur fahren etc. - war nix Weltbewegendes. Bis zum Dresdner Tor brauchte ich 4 Stunden. Von dort führt die zukünftige Autobahn noch fast bis nach Pirna. Feine Sache, wenn die mal ganz fertig ist. In Pirna bog ich dann natürlich in die falsche Richtung ab. Ich merkte es, als ich plötzlich am Walmart vorbei kam: Der war 2004 definitiv noch auf der anderen Straßenseite!

Ich ging zwar davon aus, dass die Lage vom Walmart nicht verändert wurde, fragte aber vorsichtshalber trotzdem noch mal an der Tanke nach der richtigen Richtung. Klar, anstatt rechts hätte ich nach der Autobahn links abbiegen müssen. Also Dreherle gemacht. Danach war alles ganz einfach, da erfreulicherweise auch wieder Straßenschilder mit Ortsnamen drauf vorhanden waren, mit denen ich sogar was anfangen konnte.

Ich düste also durch ein paar kleine Nester, stand die ersten Ängste wegen der schmalen Straßen ohne Mittelstreifen aus und kam gut in Hellendorf an. Dort fiel ich fast in die Kaffeerunde. Hatte ich also gut eingetaktet.

Nach dem Kaffee dann schnell fein machen und draußen im Hof eine Zigarette rauchen. Max, der Enkel meiner Katze Mohrle (die ich 1978 zum Schulanfang bekam) leistete mir Gesellschaft. Max sieht auch wie unser Tommy, nur im Format "xx-moppelig"

Dann ging´s schon los ins Restaurant zur Geburtstagsfeier. Ufff, viele fremde Menschen, und die sprachen mich mit meinem Namen an, scheinen mich also zu kennen !

Meine Mutter wollte mir bissl helfen und stellte mir jemanden vor: Allerdings tat sie dies mit der so ziemlich einzigen Person, die ich auch so erkannt hätte, nämlich eine Tante von mir.

Die Feier war lustig und lang, so wie alle Feiern der Familie Böhme. Das können wir nämlich sehr gut.

Gegen halb vier waren wir zu Hause. Die Eltern wurden ins Bett geschickt und wir "Kinder" blieben noch ein nettes Stündchen in der Küche sitzen, um zu tratschen