Prolog und Route

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1. Tag:
Ankunft

2. Tag:
Red Rock Canyon State Park

3. Tag:
Mojave National Preserve

4. Tag:
Joshua Tree National Park

5. Tag:
Ghost Town Randsburg & Trona Pinnacles

6. Tag:
Fahrt nach Lone Pine & Alabama Hills

7. Tag:
Ghost Town Darwin & Death Valley

8. Tag:
Death Valley

9. Tag:
Death Valley und Fahrt nach Big Pine

10. Tag:
Mono Lake

11. Tag:
Bodie

12. Tag:
Ghost Towns Silverpeak, Gold Point & Goldfield

13. Tag:
Cathedral Gorge State Park & Rainbow Canyon

14. Tag:
Valley of Fire

15. Tag:
Valley of Fire & Las Vegas

16. Tag:
Las Vegas

17. Tag:
Las Vegas & Rückflug am nächsten Morgen

 

 

Desert, Rocks & Ghost Towns

Dienstag, 2. Mai 2006

Wie immer, wenn ich von alleine aufwache - und das tat ich gegen 5.45 Uhr - war ich gleich topfit. Badezimmer, kurz noch mal E-Mails checken, Auto einräumen und um 7 Uhr saß ich beim Frühstück - wieder bei Jeff. Diesmal nicht aus Bequemlichkeit nichts anderes zu suchen, sondern einfach weil es nix anderes im Ort gab.

Genau daneben war eine kleine Kfz-Werkstatt. Die steuerte ich als nächstes an. Die beiden Herren dort meinten auch, dass ich mit dem Reifen auf jeden Fall noch weiterfahren kann. OK - dann verdienen se halt nix an mir.

Noch fix in Big Pine ins Visitor Center gerannt, vielleicht gab´s ja zu den Ancient Bristlecone Pine Forest was Neues. Leider nicht: Noch immer vier Meilen vor Schulman Grove gesperrt. OK, dann verschieben wir das halt auf später.

Um 8 Uhr fuhr ich in Big Pine los. Die 395 ist wirklich eine sehr reizvolle Strecke und das sage ausgerechnet ich, die graue Berge mit schneebedeckten Gipfeln eigentlich gar nicht leiden kann In Colorado war ich deshalb vor 2 Jahren regelrecht auf der Flucht. Aber hier stört es mich komischerweise nicht

Ich kam durch Bishop und war ganz bezaubert von diesem netten kleinen Städtchen. Wenn ich mal wieder hier in der Gegend sein sollte, dann wird dort übernachtet. Die Fassaden der Häuser entlang der 395 sind einfach zu schön - so richtig nett im Wild West Design ohne aber übertrieben kitschig zu wirken. Vielleicht liegt das auch daran, dass eben alle dieses Aussehen haben und es so einfach einheitlich wirkt.

Hinter Bishop knickt die 395 nach Nord-Osten weg und führt genau auf die Berge zu. Aber der Schnee war noch sehr weit weg und ich hoffte einfach, dass es mit Bodie klappen wird.

Allerdings stieg die Straße ständig an und es wurde auch immer frischer.

Hinter Bishop hielt ich an und verschwand erst mal in meiner Umkleidekabine: Dem Rücksitz. Das ist äußerst praktisch, denn da ich den Fahrersitz sehr weit vorne habe (sonst komme ich ja nicht an die Pedale ran) ist hinten noch mehr Platz als normal, es ist ein richtiger begehbarer Kleiderschrank und so sah es dort mittlerweile auch aus... (kein Wunder, dass mein Gepäck jeden Tag leichter wurde). Das Sonnentop + dünnes Baumwollhemdchen wurde gehen T-Shirt + festes Jeanshemd getauscht.

Kurz vor Mammoth Lakes ist die Hot Creek Geological Site, in welcher sich der Hot Creek Valley Arch befindet. Ich hatte mir daheim die Beschreibung von Volker ausgedruckt und fand den Arch auf Anhieb.

Ich war vielleicht stolz! Ohne Umwege, ohne Drehen/Zurückfahren ...

Der Arch ist wirklich sehr klein aber wenn man Arche eh mag, dann kann man ihn ruhig mitnehmen. Ich knipste also ein paar Bilder vom Arch und einige von der Umgebung und dann ging es zurück auf die 395.

Nun kam der Schnee aber doch immer näher und bei Mammoth Lakes hatte er mich dann erreicht. Meine Hoffnung für Bodie sank

Plötzlich tauchte rechts neben der Straße ein türkis-blauer See auf und ich konnte gerade noch rechtzeitig das Lenkrad nach rechts reißen, um abzubiegen: Das war nämlich schon der Mono Lake

Ohne überhaupt einen Blick auf die Karte werfen zu müssen, fand ich die South Tufa Preserve. Ich parkte Blazy, legte brav 3 $ in den Umschlag, beschriftete alles und deponierte meinen Teil davon auf dem Armaturenbrett. Dann steckte ich noch 1 $ in so eine große Spardose und nahm mir eine Broschüre.

Die Tufas erkennt man schon vom Parkplatz und ich begab mich auf den kurzen Loop. Die größten Tufa Ansammlungen sind leider nicht im Wasser aber auch auf dem Trockenen sehen sie toll aus

Allerdings nicht so toll, wie die, die im Wasser stehen. Eine wundervolle Kombination: das türkisblaue Wasser und die weißen Tufa-Säulen.

Auf der Jagd nach weiteren Tufas fuhr ich ein paar Dirt Roads in dieser Ecke ab und landete bei den Sand Tufas. Ich war hellauf begeistert von diesen filigranen Skulpturen.


Alles ist so unheimlich zerbrechlich, dass man fast Angst hat, sich ihnen zu nähern. Sie wirken, als ob sie beim kleinsten Windhauch zerbröseln würden.

Es gibt zwei Gruppen von Sand Tufas, einen östlichen und einen westlichen. Ich strolchte gute 2 ½ Stunden durch dieses Gebiet und hätte mich dort sicher auch noch länger aufhalten können, aber man läuft ständig in ziemlich tiefem Sand und das wurde mit der Zeit anstrengend.

Gegen 13.30 Uhr war ich dann in Lee Vinig: An einen Berghang geschmiegt, der Schnee quasi noch hinter dem Haus...

Mich hätte nicht gewundert, wenn plötzlich das Heidi-Lied gespielt worden wäre Ich fuhr einmal durch den Ort durch und schaute, wo Motels sind. Spontan entschloss ich mich, meinen ersten Versuch bei Murphy´s Lodging zu machen: 48 $ zzgl. Tax, den Preis fand ich ok und als ich mein Zimmer betrat fand ich ihn sehr ok. Das Zimmer war richtig nett eingerichtet, alles sehr neu, nettes Badezimmer - gefiel mir

Dann ging´s aber gleich weiter. Mir ließ Bodie einfach keine Ruhe!

Ich wollte mich mal selber davon überzeugen: Und tatsächlich, am Anfang von der 270, der Bodie Road, stand ein dickes Closed-Schild mitten auf der Straße

Aber ich wollte noch immer nicht aufgeben und fuhr die 7 Meilen bis Bridgeport. Übrigens auch ein furchtbar netter Ort. Auch wieder überall diese schönen Wild-West-Fassaden.

Ein Visitor Center fand ich nicht, dafür hatte ich vorm Ortseingang eine Ranger Station entdeckt, also dorthin. Ja und dort erhielt ich die Auskunft, dass ich Bodie natürlich besuchen kann, wenn ich die letzten beiden Meilen laufe.

Die Bodie Road ist nämlich nicht komplett gesperrt sondern nur das obere Stück (da wo Bodie leider liegt). Und bis dahin darf man auf jeden Fall fahren. Ich machte nur große Augen und fragte, was denn mit dem Schild sei, was ganz unten steht. Oh, das wäre kein Problem, da darf ich ruhig dran vorbei fahren Ich vergewisserte mich noch mal, dass mich dann aber nicht der Sheriff anhält (die mögen mich nämlich leider irgendwie) und zwitscherte davon.

Jetzt wollte ich es genau wissen, deshalb fuhr ich bis zum Abzweig, umkurvte elegant das Schild und tuckerte los. Von der #395 sind es 13 Meilen bis Bodie. Lt. dem Schild, sind die letzten 3 Meilen unpaved. Leider hat Blazy keine Komma-Meilen-Anzeige, so dass ich halt nie genau weiß, wie lang die angezeigte Meile schon ist.

Kurz danach kam noch mal ein Closed-Schild, auch darum machte ich einen Bogen. Und dann führte die Strecke wie über eine Alm stetig bergauf.

Der Ausblick auf die umliegenden Berggipfel war grandios. Neben der Straße plätscherte manchmal lustig das Schmelzwasser.

Nach 10 Meilen wurde die Straße unpaved, war aber trocken und problemlos zu fahren. Ja und dann kam aber ein Closed-Schild über die komplette Breite des Weges. Das war jetzt wirklich Endstation.

Wegen der Meilen-Anzeige konnte ich jetzt natürlich nicht feststellen, wie weit es noch bis Bodie ist.

Mal schauen, wie das Wetter morgen aussieht und ob ich es packe. Probieren werde ich es auf jeden Fall.

Gemütlich fuhr ich zurück nach Lee Vining, hielt natürlich auch pflichtschuldigst an dem Vista Point am Conway Summit, von dem einen schönen Blick über den See hat.

In Lee Vining räumte ich endlich mal mein Tourbook bissl auf, sortierte ein paar Prospekte zu den einzelnen Stationen ... - halt der ganze Krimskrams, der sich so ansammelt. Dann ging ich gegen 17.30 Uhr ins Nicely's Restaurant z um Abendessen: eine Folienkartoffel und ein Salat. Das Ranch-Dressing war sehr gut.

Dann machte ich noch einen kleinen Spaziergang auf dem Broadwalk im Mono Lake Country Park, etwas nördlich von Lee Vinig. Die Tufas dort sind aber irgendwie enttäuschend bzw. man kommt halt nicht richtig an sie ran. Interessant war eine Schautafel während des Broadwalks, da wurde nämlich angezeigt, dass das Wasser ursprünglich bis dort hin ging, bevor LA den Mono Lake angezapft hat. Unter diesem Gesichtspunkt waren die Tufas schon wieder sehr interessant, denn damals müssen sie einen traumhaften Anblick geboten haben, als sie noch komplett im Wasser standen.

Nun aber standen die meisten zwischen braunen Gräsern und Sträuchern und kommen so gar nicht richtig zur Geltung

Um 7 Uhr war ich im Motel. Ab unter die Dusche, dann Bilder überspielen, Akkus laden, Reisebericht schreiben. Ich war total kaputt. Keine Ahnung, einige andere Tage waren um einiges länger. Lag vielleicht an der Bergluft, die machte mich wohl so schläfrig.

Gegen 21 Uhr huschte ich noch mal vor die Türe (das Motel hatte nur Nichtraucher-Zimmer), in der Zwischenzeit brannte ich meine Sicherungs-CD und dann ging es mit dem Buch ab ins Bett. Ich mümmelte mich in meine Decke ein, denn ich hatte vorher die ganze Zeit das Fenster offen und es war empfindlich frisch. Ich mag die durch Aircondition runter gekühlte Luft nämlich überhaupt nicht, denn die riecht doch immer irgendwie abgestanden und nach diversen Putzmitteln oder Raumspray.

Bereits um 22.15 Uhr schaltete ich das Licht aus.

Ich konnte aber trotzdem nicht gleich einschlafen, denn meine Gedanken kreisten darum, ob ich es bis Bodie schaffen würde. Haben alle übertrieben Ist vielleicht nur noch bissl Matsch da oder ist es wirklich so schlimm, dass die Sperrung erforderlich ist Auf 30 cm hohen Schnee war ich ja nun wirklich nicht eingestellt. Wander- oder Turnschuhe helfen mir da auch nicht weiter. Zudem war noch immer nicht daran zu denken, ca. 4 Meilen mit einem Schuh zu laufen, der genau über die offene Stelle reibt, die leider noch immer vorhanden war. Wie würde mein morgiges Abenteuer enden

Gefahrene Meilen: 190

Informationen zu den Sand Tufas